Ein Tag bei LAUSCH
12 Jan 2009

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Phantastische Hörspiele

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as großzügige Angebot des Hörspielstudios LAUSCH in Hamburg, ihre Pforten für uns zu öffnen und einen Tag bei ihnen zu verbringen, um ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, folgten wir drei an einem winterlichen Tag Anfang Dezember 2008. Aus Kälte und Schnee kommend wurden wir bereits an der Tür herzlich von Janet Sunjic, zusammen mit Günter Merlau einer der beiden Gründer des Labels LAUSCH, empfangen und freundlich begrüßt und die lockere Bekanntschaft von der Hörspiel-Messe „Die Hörspiel“ im Mai diesen Jahres wurde kurz aufgefrischt.

Gespannt und neugierig, den Geburtsort und die Heimat solch phantastischer Hörspielserien wie Drizzt, Die Schwarze Sonne oder Caine kennen zu lernen, folgte eine persönliche Führung mit ausgiebigen Erklärungen und Erläuterungen durch die Büro- und Studio-Räume. Da wir hier bei einem jungen Independent-Label zu Besuch waren, hätte es nicht überraschend sein dürfen, das sich das Areal von LAUSCH auf nur drei Arbeitsräume mit mehreren Computern, Aufnahme-Equipment inklusive eines Synthesizers, einem größeren Küchenbereich und natürlich dem unverzichtbarem Aufnahmestudio beschränkte. Und dennoch werden hier seit 2006 diese qualitativ so hochwertigen Hörspiele produziert, die das Prädikat Kopfkino wirklich verdienen.
Auffällig war auch die große Anzahl von Büchern aller Art, welche die Regale füllten, sowie die überall in den Räumen verteilten alten Hörspiel-Platten und auch -Poster, die einem, wenn man es bis dahin immer noch nicht bemerkt haben sollte, deutlich vor Augen führten, dass hier einer Profession nicht nüchtern, sondern mit Leidenschaft und Hingabe nachgegangen wird. Und auch das kleine Team hinter LAUSCH, welches wir bei unserer Begehung kennen lernten, vermittelte eine trotz aller Professionalität familiäre und freundschaftliche Atmosphäre. Schließlich wurden wir auch dem Mastermind hinter LAUSCH vorgestellt, nämlich Günter Merlau himself.

Und da klingelte es auch schon an der Tür und der Sprecher Marco Reibold ( Das Schwarze Auge 03 / Hellboy 03), ein lockerer und cooler Typ, schneite zu seiner Aufnahme-Session herein. Schon kurz nach der Begrüßung begab er sich in das Aufnahmestudio und wir durften hinter Günter Merlau und seinem Sounddesigner Frederik und ihrem Equipment, heißen Tee zur Aufwärmung in den Händen haltend, Platz nehmen und dem Aufnahmeprozess folgen. Eingesprochen wurden die Takes von Marcos Charakter Leach für die neuen Hellboy-Folgen, welche wohl nächstes Jahr erscheinen werden. Kurios war dabei, wie unterschiedlich doch das Klangbild eines Sprechers ist, je nachdem, ob er während eines Gespräches direkt vor einem steht oder ob man ihm in seiner Rolle aus Lautsprechern lauscht.
Als Regisseur dirigierte und führte Günter Merlau seinen Sprecher virtuos und professionell durch die Aufnahme-Session, indem er Marcos erste Interpretations-Angebote der Textvorlage augenblicklich in Bezug auf beispielsweise Betonung oder Tempo für die Einbettung in die Gesamtsituation der Szene überprüfte und anpasste und gegebenenfalls seinerseits durch eine eigene Interpretationsvorlage seine Vorstellung deutlich machte. Dabei merkte man, dass er das gesamte Hörspiel theoretisch schon fertig im Kopf hatte. Aus den verschiedenen und variierenden Aufnahme-Sequenzen wurde dann rasch mit kurzer Absprache mit dem Sounddesigner die Idealste ausgewählt und dann zur nächsten Szene übergegangen. Auf diese Weise konnte der gesamte Aufnahmeprozess überraschend schnell und effizient abgewickelt werden.

Anschließend ließen sich Günter Merlau, Janet Sunjic, aber auch ihre Mitarbeiter mit Fragen löchern und beantworteten und diskutierten diese ausführlich und enthusiastisch und duldeten unsere stundenlange Anwesenheit bereitwillig trotz Stress und terminlichen Verpflichtungen. Nebenbei bekamen wir dabei noch jede Menge von dem Alltag in einem Hörspiel-Label mit.

Zum krönenden Abschluss unseres Besuches durften wir dann sogar selber in das Aufnahmestudio und Hintergrund-Szenen für Drizzt 11 unter anderem als Schankbesucher oder etwa Seeleute nach kurzer Szenen-Beschreibung von Günter Merlau improvisiert einsprechen. Dabei seine eigene Stimme über Kopfhörer zu hören ist schon ein merkwürdiges Gefühl, und auch die immerwährende Umstellung auf neue Szenen und die Entwicklung spontaner Dialoge und Geräuschkulissen fällt einem deutlich schwerer als man so gedacht hatte. Als Ausklang begleitete uns Günter Merlaus Stimme dann auch noch auf der Rückfahrt Richtung Heimat – zufällig war er diesen Abend zu Gast im Intensiv-Talk bei Bremen 4, bei dem sogar unser Besuch kurz Erwähnung fand.

Wir hoffen, diese wenigen Zeilen konnten wenigstens einen ungefähren Eindruck von unserem insgesamt gelungenen und überaus interessanten und unterhaltsamen Besuchstag vermitteln. Uns hat er jedenfalls sozusagen einen einmaligen Einblick in das Innenleben eines Hörspiels verschafft, so dass diese von uns vermutlich von nun an mit anderen Ohren gehört werden. Zumindest die von LAUSCH, da man sich hier jedes Mal in etwa vorstellen kann, was hinter den Kulissen geschah. Also, wir hoffen jedenfalls auch in Zukunft auf viele neue und spannende Hörspiele und Hörspielserien von LAUSCH als Hochgenuss für die Ohren. Lasst uns nicht zu lange warten, liebe Leute von LAUSCH Phantastische Hörspiele.
Wir sehen uns auf der „Hörspiel ’09“.

Till Pielarski

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7 Comments
6 Kommentare
  1. Klingt ja so, als seien das sehr nette Leute.

    Besten Dank für diesen Bericht, anscheinend hattet ihr einen tollen Tag bei LAUSCH. 🙂

  2. Das klingt nicht nur, sondern ist auch so!

  3. „Auffällig war auch die große Anzahl von Büchern aller Art, welche die Regale füllten…“ Ich denke, dass das ganz normal ist. Denn es ist doch so, dass man um ein gutes Hörbuch zu machen als Grundlage ein Buch braucht. Warum sollten also nicht viele Bücher rumstehen. Auch kann man sich dort neue Anregungen holen. Ich muss allerdings sagen, dass ich dich um diesen Besuch wirklich beneide. Ich hätte das auch gerne alles gesehen. Nach deinem Blog hier hat es nämlich echt Spaß gemacht und war sehr interessant.

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