Rezension: Qin Gamemaster’s Screen
24 Jan 2010

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Spielleiterschirm

Lange Zeit war es still um die englische Übersetzung des französischen Wuxia-Rollenspiels „Qin: The Warring States“ von 7ème Cercle. Nach dem Erscheinen des Grundregelwerks anno 2006 hat sich der französische Verlag auf den Heimmarkt konzentriert. Doch nun hat sich der aufstrebende britische Publisher Cubicle 7 der Lizenz angenommen, das Grundregelwerk neu aufgelegt und direkt auch das erste Zusatzmaterial veröffentlicht – darunter auch den Spielleiterschirm.

Beim Qin Gamemaster’s Screen handelt es sich um einen hochformatigen Hardcover-Screen mit vier Panels, wie sie aktuell Mode sind. Dies ist natürlich beileibe nichts schlechtes, da die Hardcoverpappe hundertmal stabiler und langlebiger ist als die alten Modelle aus besserem Pizzakarton. Während dem französischen Screen noch „Qin Legends“ beilag, werden bei Cubicle7 beide Produkte getrennt verkauft. Da ich persönlich jedoch beim Kauf von Spielleiterschirmen nie viel auf solche Beigaben gegeben habe, trübt das meinen Eindruck nicht. Preislich liegt er mit $14.95 zwar vom Preis-Inhalts-Verhältnis hinter normalen Schirmen mit entsprechenden Extras zurück, macht dies aber durch die bessere Materialqualität wieder wett. Vergleichbar wäre er am ehesten mit dem D&D-Spielleiterschirm der 4. Edition, der ebenfalls ohne Extras daherkommt und mit $9.95 zu Buche schlägt – allerdings auch mit einer wesentlich höheren Auflage, weshalb der Qin-Schirm für seine Verhältnisse doch günstig erscheint.

Die Vorderseite des Screens ziert mittig ein atmosphärisches Bild einer schönen chinesischen Landschaft, in der sich zwei Krieger ein Duell leisten. Dieser positive Eindruck wird jedoch jäh durch ein Übel gestört, dem ich leider schon auf zu vielen Screens ins Gesicht blicken musste: Die Produktinformationen, inklusive Klappentext und Strichcode, sind direkt auf die Vorderseite des Schirms gedruckt – zwar auf einen der äußeren Panels, aber dennoch stetig präsent. Das mag zwar günstiger sein, als extra noch einen Beileger zu bedrucken und einzufügen, stört die ansonsten überragende Ästhetik jedoch enorm. Ich gehöre damit vielleicht zu einer Minderheit, aber eine der wichtigsten Funktionen eines Screens ist für mich, die Spieler entsprechend der Atmosphäre des Spiels in Stimmung zu bringen, weshalb sich der Schirm bei mir hiermit schonmal einen Minuspunkt einfährt.

Die Rückseite des Screens wirkt im krassen Gegensatz von der grafischen Gestaltung erschreckend nüchtern – die Wahl von Times New Roman als Schrift verstärkt hier nur den Eindruck von einfachen Word-Tabellen. Aber auf den Inhalt kommt’s ja an, und damit ist der Schirm ausreichend gesegnet. … Wenn nicht gar im Überfluss. Ich bin durchaus ein Freund von Ausrüstungstabellen auf Spielleiterschirmen, jedoch sollten sich diese auf elementare Dinge beschränken – in der Regel also Waffen und eventuell Rüstungen, da diese Informationen es dem Spielleiter erlauben, NSCs einfacher on-the-fly auszurüsten. Ein ganzer Panel voll mit den Kosten für Stoffe, Kleidung, Essen, Schmuck, Musikinstrumente, Schreibutensilien und all den anderen Dingen, die in Regelwerken unter „Sonstige Ausrüstung“ laufen, ist jedoch etwas zu viel des Guten. Insgesamt fällt die Auswahl an wirklich kritisch spielrelevanten Informationen recht gering aus, dies mag aber auch dem System geschuldet sein. Auffällig erscheint in dieser Hinsicht auch die Abwesenheit jeglicher Tabelle zu Magie, was aber ebenso daran liegen mag, dass die meisten Effekte sehr spezifisch bzw. selbsterklärend sind.

Mein Fazit: Die Vorderseite ist, vom kleinen Schönheitsfehler abgesehen, sehr schön gestaltet und bringt die richtige Atmosphäre an den Tisch. Die Auswahl der Tabellen auf der Rückseite scheint sehr willkürlich, aber die wichtigsten Informationen sind enthalten. Der Qin Gamemaster’s Screen ist somit nicht unbedingt ein besonders herausstechendes Produkt, aber für Freunde des Systems doch eine sehr solide Entscheidung – sowohl in materieller als auch in ideeller Hinsicht. Drei von fünf Sternen.

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1 Comment
1 Kommentare
  1. Die Auswahl der Tabellen ist mehr als schlecht. Während beispielsweise eine Kurzübersicht über die Taos oder Kampftechniken wirklich hilfreich wäre, braucht niemand die Ausrüstungstabelle. Dazu sind die Waffen nicht einmal übersetzt! Insgesamt ist der Schirm sehr hübsch aber die Rückseite nahezu sinnlos und kann getrost mit eigenen Tabellen überklebt werden.

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