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Rezension: Pathfinder Abenteuerpfad – Die Kadaverkrone 1 – Der Spuk von Schreckenfels
24 Apr 2012

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Titel: Pathfinder Abenteuerpfad – Die Kadaverkrone 1 – Der Spuk von Schreckenfels
Art: Rollenspiel
Regeln: Pathfinder
Sprache: Deutsch
Verlag: Ulisses Spiele
Publikationsjahr: 2011
Autor: Michael Kortes
Übersetzer: Jan Enseling und Ulrich-Alexander Schmidt
Illustrationen: Andrew Vallas, Dave Rapoza u. a.
Umfang: 89 Seiten
Bindung: Softcover/PDF
Preis: 19,95€/14,95
Rezensent: Martin Wagner

Martin hat für Dich den gesamten Abenteuerpfad der Kadaverkrone rezensiert der von nun an jeden Tag veröffenntlicht wird:

Die fantastische Welt Golarion, die offizielle Hintergrundwelt für das Pathfinder-Rollenspiel, beherbergt neben den spielbaren Rassen auch alle erdenklichen, fantastischen Wesen und auch einige Wesen, die am ehesten in einem Horrorrollenspiel erwarten würden, Skelette, Zombies, Geister, Vampire und Werwesen. Letztere beiden haben in den letzten Jahren ihren Reiz leicht verloren und doch spielen Werwesen in Golarion und in den Geschichten über die Welt eine gewichtige Rolle. Umso interessanter ist es dann natürlich, wenn diese weniger interessanten Monster, dem subtilem Horror, den andere Wesen bieten und verbreiten können, Platz machen müssen.

Mit der Übersetzung des Abenteuerpfads „Die Kadaverkrone“, hat Ulisses Spiele den düsteren Aspekt des Pathfinder-Rollenspiels der deutschen Rollenspielgemeinde verfügbar gemacht. Den Einstieg der sechsbändigen Reihe bildet Michael Kortes‘ „Der Spuk von Schreckenfels“, gelungen übersetzt von Jan Enseling und Ulrich-Alexander Schmidt. Erhältlich ist der Band sowohl im Softcover- als auch im PDF-Format.

Sowohl PDF als auch das Softcoverbuch sind komplett in Farbe gehalten, die Zeiten von schwarz-weiß Abenteuern und auch Regelwerken und Quellenbüchern scheinen vorbei zu sein. Das Buch bietet, neben dem Abenteuer für Charaktere der 1. Stufe, was natürlich der Hauptbestandteil des Buches ist, noch einige andere Dinge. Den Einstieg und auch den Ausstieg machen insgesamt vier Storyhooks mit passenden Bildern, auf die man als Spielleiter durchaus zurückgreifen kann, etwas um ein kleines Nebenabenteuer einzubringen. Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt ein Vorwort, in dem der ausführende Redakteur, F. Wesley Schneider, die Leser begrüßt und einige nützliche Tipps zum Abenteuer, wie etwas passende Hintergrundmusik, vorstellt. Die nächsten knapp 50 Seiten widmen sich dem Abenteuer und die folgenden acht Seiten dem Dörfchen Ravengro und seinen alles andere als offenen Bewohnern, die mehr Geheimnisse zu haben scheinen als alles andere. Brandon Hodge widmet sich anschließend den Rastlosen Toten und bietet neben Beschreibungen auch neue Regeln zu eben diesen Wesenheiten. F. Wesley Schneider darf gleich darauf mit dem ersten von sechs Teilen der Chroniken der Kundschafter, „Schuldiges Blut“ sein Talent als Schriftsteller beweisen. Die Fortsetzungsgeschichte beschreibt dabei mehr als deutlich und spannend geschrieben, was passieren kann, wenn man die Ruhe der Toten stört. Bevor das Buch mit einer Vorschau auf den Folgeband und dem Kampagnenüberblick, der sehr nützlich ist, endet, stellen Adam Daigle und Patrick Renie sechs neue Monster vor, die jeder Spielleiter, der düstere Wesen mag, nicht verpassen sollte. Neben Schlickschwämmen, finden sich hier auch belebte Gegenstände und Enthauptete. Ganz deutlich hervorzuheben sind die Bilder, sowohl das Coverbild als auch die vielen Bilder im Buch überzeugen und sorgen für eine düstere Stimmung. Die Karten und die Handouts, welche die Spieler benötigen, sind ebenfalls zu loben, da diese selbst beim Herauskopieren nichts an ihrer Qualität verlieren, nur ihre Farbe, wenn man eine schwarz-weiß Kopie macht. Alles in allem ein wirklich tolles Buch, das allein wegen der Bilder und des Zusatzmaterials lohnend erscheint. Die PDF-Variante verfügt über alle nötigen Funktionen, Kommentare sind ebenso erlaubt, wie auch Markierungen im Text und direkte Seitenanwahl, da habe ich schon ganz anderes erlebt.

Jetzt aber zum Abenteuer selbst. „Der Spuk von Schreckenfels“ und der gesamte Abenteuerpfad führt die Charaktere in das vom Horror durchsetzte Gebiet Ustalav. Das Gebiet ist berühmt berüchtigt wegen des mittlerweile vernichteten Leichnamkönigs Tar-Baphon, besser bekannt als der flüsternde Tyrann, der dereinst Schrecken aus den Gebieten jenseits von Zeit und Raum zu beherrschen suchte. In sein ehemaliges Herrschaftsgebiet müssen sich die Charaktere begeben, genauer gesagt in das Dörfchen Ravengro. Ravengro bietet neben den Misstrauischen Einwohnern und einem befreundeten Professor auch noch einige interessante Orte, Orte, an die die Charaktere noch früh genug müssen, um das Dorf und einen ganzen Landstrich nicht an das Böse zu verlieren, Orte, die Ereignisse auslösen, die alles andere als beruhigend sind. Neben dem Friedhof des Dorfes ist dies vor allen der Schreckenfels, ein altes Gefängnis, das vor einigen Jahren einem Feuer zum Opfer fiel und in dem viele schuldige aber nur wenige unschuldige Seelen ihr Leben ließen.
Mehr zu verraten würde Spielern, die diese Rezension lesen den Spaß nehmen, deswegen gleich zur Beurteilung und besonderen Aspekten des Abenteuers. „Der Spuk von Schreckenfels“ ist das Einstiegsabenteuer zur Kampagne und soll die Charaktere von Stufe 1 bis Stufe 4 führen. Dementsprechend stärker werden auch die Herausforderungen und die Gegner. Wer nun ein lineares Abenteuer mit viel Railroading erwartet täuscht sich aber. Um das zu erreichen, was den Machern vorschwebt, wird ein chronologischer Verlauf eingesetzt. Viele Dinge werden erst durch die Charaktere und den Spielern ausgelöst und andere Dinge können einfach erst geschehen, wenn vorher andere Dinge in Gang gesetzt wurden. Ein interessanter Aspekt ist der Aspekt des Vertrauens. Vertrauen müssen sich die Charaktere bei den Bewohnern Ravengros verdienen. Hierfür wurde extra ein System eingeführt und bestimmte, mögliche Aktionen der Charaktere mit Punkten versehen. Mehr Vertrauen bedeutet auch mehr Unterstützung und die braucht man im Abenteuer. Leider finde ich diesen Teil des Abenteuers etwas zu unausgewogen. Es fällt viel leichter Vertrauen zu verlieren als dieses zu gewinnen und einige vorausgesetzten Vertrauenszahlen scheinen viel zu hoch gewählt zu sein, hier muss man als SL nachbessern. Ansonsten ist das Abenteuer sowohl in der Idee als auch in der Umsetzung wirklich gelungen. Die chronologische Variante ist wohl durchdacht und ist erfolgversprechend. Als Spielleiter kann man sich auf ein gut geschriebenes Abenteuer freuen, dass auch beim zweiten Mal lesen noch Spaß macht.

„Der Spuk von Schreckenfels“ ist eine gelungene Übersetzung ohne Fehler. Die Übersetzer haben an vielen Stellen ein unbedingt nötiges Fingerspitzengefühl besessen und einen wirklich guten Job gemacht. Die Formatierung und das Layout, die bei Übersetzungen meist irgendwie an Möglichkeiten der Kombination verlieren, scheinen hier von einem wirklichen Fachmann vorgenommen worden zu sein, denn alles harmoniert. Man sieht deutlich, dass bei Ulisses Spiele Fachleute am Werk sind, die man in Deutschland sonst nur beim geflügelten Pferd findet.

Fazit: Das erste Abenteuermodul der düsteren Kadaverkronen-Kampagne, „Der Spuk von Schreckenfels“, ist ein gelungene Einstieg und eine gelungene Vorstellung des Gebietes Ustalav. Ein spannendes und durchdachtes Abenteuer sowie die neuen Monster, eine Kurzgeschichte und die anderen erwähnten zusätzlichen Inhalte des Buches runden das Ganze dann ab und schaffen ein rundum gelungenes, aber vor allen Dingen professionelles, Werk. Zugreifen und Spaß haben lautet die Devise.

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