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Rezension: Einsamer Wolf 11 – Die Gefangenen der Zeit
05 Mai 2013

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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EW11
Titel: Die Gefangenen der Zeit (EW 11)
Art: Spielbuch
Regeln: Einsamer Wolf (enthalten)
Sprache: Deutsch
Verlag: Mantikore-Verlag Nicolai Bonczyk
Publikationsjahr: 2012
Autor: Joe Dever
Illustrationen: Rich Longmore
Umfang: 380S.
Bindung: Softcover
ISBN: 978-3-939212-24-9
Preis: 14,95€
Rezensent: Andreas G.

„Die Gefangenen der Zeit“ ist der 11. Band der Einsame-Wolf Spielbuchreihe. Die Geschichte dieses Bandes führt folgerichtig die bisher erlebten Abenteuer weiter. Als letzter Kai Lord – genannt der Einsame Wolf – haben wir uns in den vorherigen Bänden auf die Suche nach den sogenannten Weisheitssteinen gemacht. Doch um aller habhaft werden zu können mussten wir im letzten Band in ein Portal in eine andere Welt treten. Einen ersten Zwischenstop in einer Zwischenwelt konnten wir bereits im Zusatzabenteuer des 10. Bandes spielen, der 11. führt uns nun aber vollständig in die Zwischenwelt Daziar…

Daziar

Diese Welt hält dann auch einige Überraschungen für uns bereit. Sie scheint nicht ganz den gewohnten Gesetzen der Physik zu gehorchen und außerdem auf irgendeine Weise mit „unserer“ Welt (also Magnamund) in Verbindung zu stehen. Das erste was dem Kai Lord buchstäblich ins Auge fällt ist dabei ein Ewiges Feuer das den Horizont Daziarns durchgehend erhellt. Zum nächsten scheinen Entfernungen nicht immer das zu sein was sie vorgeben. Und dann sind da noch eine ganze Reihe ungewöhnlicher Kreaturen. Letzteres unterscheidet die Zwischenwelt zugegebenermaßen nur bedingt von den Vorgängern. Die dunkle und von bizarren Monstern besiedelte Welt Magnamund wird also gewisserweise nur etwas auf die Spitze getrieben. So sind auch die Aufgaben und Gefahren die den Einsamen Wolf auf Daziarn ereilen durchaus bekannt. Kämpfe und Rätsel wurden etwas mit Psi-Einfluss gewürzt und etwas fremdartiger ausgestaltet. Es bleibt also auch auf Daziar bei einer klassischen (oldschooligen) Fantasywelt.
Das Abenteuer selber ist in gewisser Weise eine Sightseeing-Tour durch die neu entdeckte Welt. Der Kai-Lord begegnet einigen wichtigen Persönlichkeiten der Welt und kann einige zentrale Orte entdecken. Außerdem stolpert er mitten in einen gewaltigen (allegorischen?) Konflikt der Daziarn durchzieht und auch das Thema des Zusatzabenteuers bestimmt. Auffallend ist außerdem eine kleine Traumreise (mit ganz besonderer Begegnung) und ein paar Hinweise zur Verbindung der zwei Welten.
Was rein inhaltlich durchaus überzeugt ist spielerisch leider nicht ganz optimal umgesetzt worden. Das Abenteuer ist im Vergleich zu den besseren Einsamer-Wolf Bänden recht gradlinig aufgebaut. Nur wenige Entscheidungen können gefällt werden und die meisten Auswahlmöglichkeiten werden durch Fertigkeitsproben, Rätsel und Kämpfe bestimmt. Letztere sind dafür recht gut umgesetzt. Hier sind durchaus einige taktische Entscheidungen möglich und wird das Kämpfen mit mehreren Verbündeten und Gegnern gut umgesetzt. Auch die Rätsel sind sehr gelungen. So müssen wir zweimal Symbolrätsel lösen die das Geschehen etwas auflockern.
Für kontinuierliche Spieler der Reihe dürfte sich die Frage der Anschaffung eh nicht stellen, sie werden aber außerdem mit einigen bekannten Charakteren belohnt. Wer noch kein Wolf-Spieler ist, dem wird damit etwas Reiz verloren gehen, ihm sind aber eh die ersten Bände anzuraten.

Aufbau und Umfang
Das Buch selber ist wie gewohnt eine Augenweide. Das Cover ist schön inszeniert, eine Farbkarte (leider von Magnamund und nicht von Daziarn) wertet das Buch auf und Papier und Schriftgröße machen einiges her und rechtfertigen den Preis von ca. 15€. Auch ist der Band reich illustriert. Die Illustrationen des Haupttextes sind im Retro-Schwarz-Weiss gehalten. Im Text findet sich dann auch eine (in-game findbare) Karte Daziarns. Mehrere Illustrationen – so auch die Karte – sind aus einer netten Ego-Ansicht gemalt, wir sehen also unsere Hände, sitzen auf dem Rücken eines Reittieres oder luken über eine Brüstung. Die Illustrationen des Zusatzabenteuers sind stilistisch deutlich anders. In „realistischeren“ Graustufen haben wir recht erwachsene Illustrationen die für sich sehr zu überzeugen wissen. Der Hauptcharakter ist übrigens trotz anderem Zeichenstil in beiden Abenteuern wiedererkennbar dargestellt.
Auch vom Umfang her kann der Band überzeugen. Das Hauptabenteuer bringt es auf 350 Abenteuer und das Kampforientierte Zusatzabenteuer hat immerhin 150 Absätze auf dem Buckel. Zusammen kommt man so auf gute 380 Seiten.

Fazit
Band 11 führt die Einsame Wolf Reihe etwas gradlinig aber würdig fort. Die Präsentation vermag wie gewohnt zu überzeugen und dank Zusatzabenteuer kann man einige Stunden Spielspaß einrechnen. Die gute Umsetzung der Reihe hat Joe Dever – den Schöpfer der Reihe – dann auch so überzeugt das er die Rechte für den Mantikore-Verlag ausgeweitet hat und ihnen sogar die Fortführung der englischen Reihe anvertraut hat. Für die deutschsprachigen Fans von früher hat die Reihe übrigens mit dem angekündigten 13. Band den ersten noch nie in deutscher Sprache veröffentlichten Band zu bieten.

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