Rezension: Die vergessene Schlacht
15 Jan 2011

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Raumhafen Adamant-Roman

Neben dem schlanken Grundregelwerk von Raumhafen Adamant ist gleich ein zweites Produkt bei Ulisses Spiele für das System erschienen: Der Roman Die vergessene Schlacht von André Wiesler. Auf 342 Seiten kann man lesend das Setting von Raumhafen Adamant kennenlernen.

Der ehemalige Bergbauplanet Adamant unter Verwaltung des Kebil-Konsortiums soll zum Tourismus-Planeten umgebaut werden. Dazu wird die bisherige Raumstation ausgebaut und mit leichtem Terraforming soll die Luft atembar gemacht werden. Damit beauftragt werden die K’schigoten, riesige Froschwesen mit sehr patriarchaler Haltung, was auch moderne Frauen anderer Rassen gelegentlich zu spüren bekommen. Ihr Anführer, der Ingenieur Aroul, hat den Kommandanten der Station, Bethel, schnell unter Kontrolle und schwatzt ihm eine Art Rundum-Sorglos-Paket auf, nicht ohne auch die Stationsnetze anzuzapfen. Damit macht er sich jedoch Sicherheitschef Gosen zum Feind, der bisher die eigentliche Nummer Eins auf der Station ist. Der Fleutar braucht regelmäßig seine Naniten, die sozusagen den Körper ständig reparieren, da ihm die Strahlung der Heimatwelt fehlt.

Gern an Bord wären auch die sentralitischen Drillinge Alpha, Beta und Gamma.und ihre Pilotin Lasa, die jedoch erstmal abstürzen und sich erstmal unfreiwillig mit der Flora und Fauna des Planeten beschäftigen müssen. Eigentlich sollten die drei ja als Experten beurteilen, inwieweit man das Terraforming treiben kann, ohne die Regeln des Konsortiums zu verletzen.

Als dann kurze Zeit später auf der Station ein Attentat durch die offenbar umprogrammierten Roboter sowohl gegen die Besatzung als auch die K’schigoten stattfindet, rotiert die Handlung.

Das Vorwort verrät, dass „Die letzte Schlacht“ schon der elfte Roman aus der Feder von André Wiesler ist und dies merkt man ihm im positiven Sinne an. Zudem ist ja auch Raumhafen Adamant ein Action-Rollenspiel und auch hier erreicht es das Buch, den gewünschten Stil des Rollenspiels vorzustellen.

Das Erzähltempo ist wirklich rasant, es gären noch zwei, drei Handlungsstränge zugleich, schon haut ein nächster zwischen die Erwartungen an die kommenden Geschehnisse. Das macht den Roman sehr kurzweilig zum Lesen.

Die Perspektive springt zwischen den verschiedenen Pro- und Antagonisten, was ebenfalls den rasanten Stil unterstützt, aber auch das Kennenlernen des Settings durch die verschiedenen Augen ebenso wie die Eigenheiten der verschiedenen Rassen, die fast alle eine gewisse Fremdartigkeit bieten. So die beiden Saht Milkam (der Doktor) und Sareil (der Bordingenieur), zwei winzige schneckenartige Wesen, die sich einen Roboterkörper teilen, um am Leben der Station teilzunehmen.

Die Aufmachung mit Cover von David Grashoff geht in Richtung des Rollenspiels mit einem comichaften Stil und ist insgesamt befriedigend. Beim Text fällt eine Sache negativ auf, an zahlreichen Stellen fehlt ein Absatz zwischen zwei Szenen inkl. Perspektivenwechsel, sprich man merkt erst nach drei Sätzen, dass man gerade zu einer anderen Figur gesprungen ist. Nicht allzu schlimm, aber doch auffällig.

Fazit: Der Roman erfüllt sowohl seine Funktion, das Rollenspielsetting vorzustellen, als auch als actionreicher, schneller Roman. Wer sich mal auf das Setting einlassen möchte, gerne Wiesler liest oder einen rasanten SciFi-Roman lesen mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Autor: André Wiesler
Verlag: Ulisses-Spiele
Seiten: 351
Erschienen: 2010
Preis: 10,00 Euro
ISBN: 978-3-86889-066-2
Rezension von: Ingo Schulze

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