Rezension: Coraline – Graphic Novel
10 Okt 2009

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Coraline Logo

Tür in eine andere Welt

Neil Gaiman. Neil Gaiman ist was ich einen Phantasten nenne. Unglaublich mit welcher Virtuosität dieser Mann Wörter gleich einem Silberschmied einander bringt. Dabei bleibt soviel zwischen den Zeilen stehen das es wirklich eine Frede ist ihn zu lesen. Neil Gaiman ist leise uns sanft und komponiert zauberhafte Geschichten. Das optische Reize noch beflügelnder wirken steht außer Frage und so ist es nicht verwunderlich das die ohnehin gewaltigen Geschichten des Engländers nicht nur in Form eines Romanes sondern auch im Kino und als Comic zu bewundern sind. Panini nahm sich der deutschsprachigen Ausgabe des Comics an die von P.Craig Russel gezeichnet und gekonnt in Szene gesetzt wurde. Für die Farbgebung zeichnet sich Lovern Kindzierski  ( mehrmals ausgezeichnet mit dem Will Eisner Comic Industry Award und Harvey Kurtzman Awards) die Übersetzung übernahm Bernd Kronsbein( Exterminators, DMZ, Strangers in Paradiese…)
Coraline ist mit ihren Eltern in ein neues Haus umgezogen. In diesem Haus wohnen neben einem älteren Mann dessen Mäusezirkus sein Lebensinhalt ist noch zwei ältere Damen. Nichts ungewöhnliches bis hier hin mag der Leser feststellen wäre da nicht der Umstand das dies neue Heim keineswegs ein gewöhnliches Haus ist. Im Haus gibt es noch eine leer stehende Wohnung, welche unter anderem durch eine Tür in Coralines Gästezimmer erreicht werden kann. Hinter dieser Tür befindet sich allerdings eine einfache Backsteinmauer. Der Grund sei das diese Tür nicht mehr benutzt wird wie Coraline erfährt. Nun kommt es aber, das Coraline, unsere Entdeckerin beim Spielen herausfindet, dass sie doch durch diese Tür gehen kann, und dabei betritt sie eine neue Welt. Diese Welt ist genauso wie die alte, doch hier ist alles besser. Das Essen, die Spielsachen, ihre Kleider, auch ihre Eltern sind hier freundlicher ( wenngleich die Knopfaugen ein wenig für . Doch als Coraline wieder zurück zu ihren wahren Eltern will, wendet sich das Blatt und ihre „andere“ Mutter zeigt bald ihr wahres Gesicht… Sie will Coraline ganz für sich allein, koste es was es wolle.
Zum Glück trifft Coraline eine freundliche schwarze Katze, die aus irgendeinem Grund auf beiden Seiten des Hauses die gleiche ist, doch in der Parallelwelt kann sie sprechen. Wird Coraline den Weg nach Hause finden?
Gaiman schafft es mit viel Fantasie und seiner eigenen Art von Leichtigkeit sowie einem einen Hang zum Überraschungseffekt die Geschichte spannend und flüssig zu erzählen. Der kindlich naiven Stil ist vielleicht Geschmackssache wirkt aber passend zur Geschichte.


P. Craig Russell hat sich sehr an Gaimans Romanvorlage gehalten. Die Dialoge finden sich so auch im Roman. Russells Coraline-Version zeigt toll wirkende Bilder die ihren Strich und Charme zielgerichtet versprühen dabei werden sie schön untermalt durch die pastellfarbene Coloration von Lovern Kindzierski  der sachte mit seinen Farben umgeht und so die Eindrucksvolle Arbeit von Russel im wahrsten Sinne des Wortes untermalt.
Alles in allem ist Coraline sehr dunkel düstern und gruselig in Szene gesetzt was man vom Kinofilm nicht behaupten kann. Kindern würde ich das sich gut in der Hand wiegende Buch nicht empfehlen dafür ist die Geschichte zu lebhaft dargestellt. Die schnellen Bleistiftstrichen, sein ordentlichen Panelaufbau, der oft aus vielen kleinen Szenen besteht trägt zur Qualität und Lesefreude des Buches bei. Die  Zeichnungen, die auf das wesentliche bestimmt sind, und daher oftmals einen Hintergrund vermissen lassen wiederum spiegeln die Atmosphäre der plagiatierten unwirklichen Welt in der Coraline sich den Ausgang sucht.

Fazit:
Mit knapp 20,- Euro liegt Coraline im Rahmen für Grapic Novels dieser Seitenzahl. Der hochwertig aufgemachten 200-Seiten-Wälzer, welcher hervorragend in der Hand liegt hat zudem noch ein praktisches Faltcover. Für zehn Euro mehr ist übrigens auch eine Luxus-Variante in Hardcover erhältlich. Wer auf gut durchdachter und unheimlicher Geschichten steht dem muss Coraline empfohlen werden. Mit Russells „Coraline“ bekommt man auf jeden Fall eine gelungene Umsetzung des Originals, die Spaß macht und sich spannend lesen lässt. Wer auf Seitenzahlen verzichten kann sollte bedingungslos zugreifen!

Titel: Coraline
Art: Graphic Novel
Verlag: Panini
Publikationsjahr: 2009
Autor: Neil Gaiman
Illustrationen: P. Craig Russell
Farbgebung: Lovern Kindzierski
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Umfang: 200 Seiten
Bindung:  Broschiert, Klebebindung
Preis: EUR 20
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866078196
ISBN-13: 978-3866078192

Rezensent: Dominik Dießlin

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