Spiel 08 Assertpress
20 Okt 2008

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Romanabenteuer

Initial A

uch 2008 wird assertpress-publishing mit seinem Rollenspielsystem NORNIS wieder auf der SPIEL in Essen zu finden sein. In Halle 6, Stand 53 freuen sich die Autorin und Verlegerin Henrike Buhr, die Illustratorin Marina Fahrenbach, sowie der Systementwickler Maiko Hering auf euren Besuch! NEU erscheint der mittlerweile 4. Band „Stille“, der „Schatten der Zeit“-Kampagne zum Rollenspiel Nornis. Die selbst betitelten Romanabenteuer des Verlages enthalten neben dem eigentlichen Abenteuer einen Romanteil, der schön geschrieben viele weitere Hintergrundinformationen bereit hält. Ein Novum wie mir scheint. Durch diese „Romane“ werden die unterschiedlichen Figuren weiter vorgestellt und ausgebaut um so einen guten Einblick in das Charakterleben der Nichtspielercharakter zu bekommen.
Zum 4. Band der Kampagne heißt es:

Im tiefen Dschungel Erundaars müssen die Abenteurer ein weiteres Artefakt bergen. Während im Romanteil die geheimnisvolle Geschichte des NSCs und Protagonisten Melanudyo Tarayas fortgeführt wird.

Hier der Prolog

„Ich bin wirklich sehr…“, Mojan Warabai musterte sein Gegenüber langsam, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, „…sehr erfreut, Euch kennen zu lernen.“

Er nahm ihre schlanke, blasse Hand und gab einen Kuss darauf. Ihre ebenmäßige Haut hatte einen leichten Perlmuttglanz, was bei den Elfen der Orchideeninseln und des östlichen Erundaar meist so war. Ihre Haare waren lang und schwarz, und ihre Augen hatten einen blass rosafarbenen Glanz. Sie war mehr als einen Kopf kleiner als Mojan und sehr schmal gebaut.

Und sie war wunderschön.

„Nehmt doch Platz Pualani…?“

„Pualani Visolela“, sagte sie lächelnd. „Aber Pualani reicht vollkommen.“

Sie setzte sich auf einen der geflochtenen Stühle. „Danke.“ Ihr Blick wanderte über die Terrasse, die Blumen und den kleinen Park vor der Botschaft, auf den man vor hier einen guten Blick hatte.

„Es ist schön hier“, stellte sie fest. „So ruhig.“

„Von dem Balkon auf der anderen Seite hat man einen Blick über ganz Samaresh“, erklärte Mojan, ohne auch nur einen winzigen Moment die Augen von Pualani zu lassen.

Sie erwiderte seinen Blick. „Danke, dass Ihr euch Zeit für mich genommen habt, Exzellenz“, sagte sie.

Mojan lehnte sich in seinem Sessel zurück und lächelte breit. „Es ist mir eine große Freude. Möchtet Ihr etwas trinken? Einen Wein oder lieber einen frischen Saft? Und ich gehe davon aus, dass wir später gemeinsam essen.“

Pualani zog ihre geschwungenen Augenbrauen nach oben. „Ich wusste nicht, dass Ihr euch so viel Zeit nehmen würdet. Das ist sehr freundlich und großzügig von Euch.“

Mojan lächelte nur. „Also ich trinke einen Wein, und was ist mit Euch?“

„Dasselbe wie Ihr“, antwortete sie.

Der Botschafter ließ Wein bringen.

„Einer meiner Mitarbeiter sagte mir, dass Ihr etwas Geschäftliches mit mir besprechen wollt“, sagte Mojan. „Aber erst mal sollten wir anstoßen.“ Er hob sein Glas. „Auf Euch, Pualani.“

„Darauf, dass wir uns kennengelernt haben“, sagte sie und ließ ihr Glas leicht an seines klingen. Sie trank einen Schluck und stellte es auf den Tisch zurück. „Ich habe ein kleines Handelshaus. Der Name ist Fayola. Vielleicht habt Ihr schon davon gehört?“ Sie sah in kurz fragend an, fuhr aber gleich fort zu erzählen:

„Meine Eltern waren Kriegsflüchtlinge von den Orchideeninseln. Meine Mutter starb früh. Mein Vater bei einem Unfall in einer unserer Silberminen. Aber ich will Euch nicht mit meinen Familiengeschichten langweilen, Herr Warabai. Ich wollte nur sagen, dass…“

„Bitte, sagt einfach Mojan! … Und Ihr seid weit davon entfernt, mich zu langweilen. Ich möchte fast sagen, Ihr könntet gar nicht weiter entfernt sein. Bitte, erzählt!“

Pualani lächelte kurz beschämt. „Nun ja. Der Rest meiner Familie ist wohl noch auf den Orchideeninseln, aber ich habe keinen Kontakt mehr zu ihnen.“ Sie sah kurz traurig aus, sammelte sich aber und fuhr fort: „Ich habe einen Landsitz vor Samaresh. Dort verbringe ich die meiste Zeit. Meine Geschäfte erledigt also den größten Teil des Jahres jemand anders.“ Sie lächelte Mojan an. „Und die Geschäfte laufen gut. So gut, dass ich gerne versuchen würde, mit dem Königreich Theon zu handeln.“

Der Botschafter nahm einen Schluck Wein.

„Ihr handelt mit Silber?“, fragte er.

„Mit Silber, Gold und auch mit Rubinen“, antwortete Pualani stolz.

„Dann muss Euer Vater sehr guten Grund gekauft haben, wenn Eure Geschäfte so gut laufen, dass Ihr darüber nachdenkt, nach Theon zu exportieren. Der Handel mit dem Königreich hat schon so manchen Händler aus Erundaar in den Ruin getrieben. Da gibt es vieles zu bedenken. Das fängt bei Steuern an und geht noch lange weiter.“

Die Elfe rückte sich in ihrem Sessel ein wenig zurecht. „Ich habe auch nicht gedacht, dass es so einfach sein würde“, sagte sie freundlich.

Mojan nickte. „Ich war noch gar nicht fertig“, erklärte er lächelnd und sah ihr direkt in die Augen. „Ich habe mir Eure Geschäftszahlen angesehen. Sie sind sehr gut. Hervorragend, um es treffender auszudrücken. Es wäre mir eine große Freude, Euch helfen zu können.“

Pualani strahlte. „Ihr meint also, dass ich mit dem Königreich handeln kann?“

„Ich denke, dass dem nichts im Wege stehen wird“, entgegnete der Botschafter und genoss ihre Freude.

„Mojan, Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für mich bedeutet.“ Ihre Augen glänzten feucht. „Wirklich“, versicherte sie gerührt. „Damit geht ein Traum für mich in Erfüllung.“ Sie atmete einmal tief durch. „Was muss ich denn jetzt genau machen?“

„Ihr sagtet doch, dass jemand für Euch die Geschäfte erledigt. Mit dem wird die Botschaft alles besprechen. Wie war sein Name?“

„Jahi Juman. Er kommt aus Samaresh.“ Pualanis Stimme verlor an Begeisterung. „Und ich habe dann gar nichts mehr damit zu tun?“

„Es erspart Euch Arbeit und Mühe.“ Mojan lächelte breit, was er eigentlich die ganze Zeit über tat. „Ihr müsst keine Angst haben, Pualani. Das bedeutet keinesfalls, dass wir beide uns nicht wieder sehen.“

Die Elfe schlug beschämt die Augen nach unten, und Mojan nahm das belustigt und erfreut zur Kenntnis.

„Wenn ich meine Ware an Theon verkaufe“, begann Pualani, nach einem kurzen Moment, „reise ich vielleicht auch mal in das Königreich.“

Mojan trank einen großen Schluck Wein. „Natürlich. Wollt Ihr das gern?“

Pualanis Augen glitzerten verträumt und voller Faszination. „Ich würde so gern mal die Hauptstadt sehen. Maradûn…“ Sie seufzte. „Und den Königspalast.“

„Ich kann Euch dahin mitnehmen, wenn Ihr das wollt“, sagte Mojan und seine Augen glitzerten mit ihren um die Wette.

„Ihr könnt mich einfach so mit nach Theon nehmen? Nach Maradûn? Zum Königspalast?“ Pualani hielt es kaum auf ihrem Sessel.

Mojan lehnte sich genießerisch zurück. „Ja, meine Liebe. Einfach so.“

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