Sisters of Sorrow
Titel: Sisters of Sorrow
Art: Abenteuer
System: Gumshoe (Trail of Cthulhu)
Sprache: Englisch
Verlag: Pelgrane Press
Publikationsjahr: 2012
Autor: Beth Lewis
Illustrationen: Phil reeves
Umfang: ~23 Seiten
Bindung: PDF
Preis: 5,27€
Rezensent: A. Giesbert

Cover (used with permission by Pelgrane Press)

Sisters of Sorrow ist ein kurzes Abenteuer für die Trail of Cthulhu Reihe – der Gumshoevariante von Cthulhu. Die Abenteuerer schlüpfen in die Rollen der Besatzung eines deutschen U-Bootes während des ersten Weltkrieges. Bei dem U-Boot, der UC-12 handelt es sich um ein Minenlege U-Boot dessen Klasse auch den namensgebenden Spitznamen „Sisters of Sorrow“ trägt. Der Name rührt daher, dass die zeitgezündeten Minen der Boote sehr unzuverlässig waren und nach „Abwurf“ auch schon einmal unfreiwillig die Kriegspartei gewechselt haben und das abwerfende Schiff selber gesprengt haben…

Der Plot

Die Charaktere werden beauftragt einen mehr oder weniger beliebigen Störungsangriff hinter feindlichen Linien durchzuführen. Das ganze dient dem Abenteuer jedoch eher als Aufhänger für eine Unterwasserbegegnung anderer Art… Ohne viel vorwegzunehmen kann gesagt werden das der Plot etwas lose ist. Es gibt ein großes Ereignis bzw. eine große Entdeckung gepaart mit ein paar Vorzeichen und Nachwirkungen. Das ganze ist nicht undurchdacht, aber auch kein umwerfend innovativer Plot. Um das Geschehen etwas zu verwischen wurden drei Seitenstränge eingeführt die kaum oder gar nichts mit den Hauptgeschehnissen zu tun haben.

Der Aufbau

Der Aufbau des Heftes ist erst einmal sehr schön gemacht. Es wird das gewohnte Design der Trail of Cthulhu Reihe verwendet, was ein mit Symbolen gespickter lockerer drei Spaltiger Aufbau ist. Zwei Illustrationen lockern das recht kurze Heft auf. Dazu kommen einige, teilweise ganzseitige Infoboxen die Hintergrundmaterial liefern. Dabei geht es wenig um historische Genauigkeit. Zwar wird manches kontextualisiert, aber es wurde sogar vergessen ein Datum oder auch nur das Jahr des Einsatzes zu nennen oder nahezulegen. Das Hauptaugenmerk liegt daher auf den verschiedenen Ereignissen, den NPCs und ein paar Worten zur U-Boot Atmosphäre. Überhaupt ist das Abenteuer sehr grob beschrieben. Wirklicher Text macht ca. 12 Seiten aus, der Rest sind 6 Beispielcharaktere und ein paar Ergebnisse aus den Playtests und zur Charaktererschaffung, die ziemlich leere Seiten erzeugen und so ein 23-Seiten Dokument aufblähen… Während die Charaktere aansehnlich illustriert sind, fehlen dafür alle anderen Gimmicks wie Handouts, ein Grundrissplan oder sonstige Spielhilfen. Schade, da gerade letzteres für das Spiel auf dem engen Raum nützlich gewesen wäre…

Makel

Überhaupt hat das Abenteuer kleinere Macken. Nicht nur das Details wie die Jahreszahl für das Abenteuer fehlen, auch  wird man bei den meisten Szenen und Kontexten etwas alleine gelassen. Wer also ein Feeling für U-Boot Beklemmung hat und Situationen ausschmücken kann ist hier richtig. Wenn einem das jedoch schwer fällt ist man bei dem Abenteuer eher fehl am Platz. Was für Leser  die der deutschen Sprache mächtig sind auch etwas verstörend ist, ist der leicht misslungene Versuch deutsche Bezeichnungen einzubauen. So wird z.B. der Maschinistentitel immer im Plural genannt weswegen uns der Maschinisten Leon Emsmann begleitet. Hinzu kommt ein Kapitan und die See wird generell mit Z geschrieben, was unseren Leutnant zur Zee zur Folge hat. Als Entschädigung dürfen wir uns dafür vorstellen was englischsprachige Runden mit der Information anstellen das einer der NPCs Plattdeutsch redet…

Fazit

Das Abenteuer ist ein recht knapp beschriebenes Abenteuer das sich wegen der Einzigartigkeit des Szenarios und der hohen Tödlichkeit eher für einen One-Shot oder Kampagnenbeginn eignet. Es bietet viele nette, teilweise etwas pulpige Einzelszenen die auf einen Mythoskontakt hinführen. Eine besonders trickreiche Plotstruktur findet sich ebensowenig wie ein besonders umwerfender Hook. Dafür ist das Abenteuer in sofern recht ungewöhnlich als es weniger Investigation als Interaktion und Action betont. Die Spieler sind mit einer Situation konfrontiert die wenige Abenteuer behandeln und sind ständig mit Angst, Beklemmung etc. konfrontiert. Schade ist, das vieles nur angerissen wird und Spieltipps zur Stimmung unter Wasser nur knapp auftauchen und die Einzelszenen nicht immer gut zueinander passen. Wer bereit ist etwas Arbeit in das Abenteuer zu stecken und mal etwas anderes ausprobieren möchte kann gerne einen Blick in das Buch werfen, der Preis von über 5€ scheint mir jedoch recht happig, für das etwas gestreckte Material…

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