Rezension: Deadlands Geistertänzer
03 Apr 2010

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Quellenbuch

Nach langer Zeit haben der Uhrwerkverlag in Zusammenarbeit mit dem Spielzeit! Verlag das nächste deutschsprachige Deadlands Quellenbuch veröffentlicht. Geistertänzer beschäftigt sich ausschließlich um das Indiander Dasein im Weird West mit all den Ritualen und Möglichkeiten, die sich da aufbauen.

Insgesamt beinhaltet das knapp 130 Seiten große Quellenbuch neun Kapitel, die sich von der Charakterschaffung über die Entwicklung von Ritualen und dem Hintergrund der wichtigsten Indianerstämme aufteilen lassen. Nach der deadlands-typischen Einführung in dem gepflegten Spaghetti-Western Stil geht es im zweiten Kapitel mit einer ordentlichen Ladung Fluff an die Startlinie. Der Ursprung der ewigen Jagdgründe wird hier, der ja bekanntlich von den Indianern aus erzeugt wurde, recht detailliert übermittelt. Dazu kommen noch Hintergründe von Indianerstämmen wie den Apachen, die Cherokee, Lakota und weiteren Subkulturen. Diese liefern dem Spieler sehr interessanten Hintergrund um seinen Charakter noch individueller gestalten zu lassen.

Das zweite Kapitel liefert dem Spieler die Möglichkeit noch tiefer ins Detail zu gehen, indem man mit der Charaktererschaffung an die Hand genommen wird, sich anhand spezieller indianischer Vor- und Nachteile und frischen Talenten eine deadlandswürdige Rothaut erschaffen kann. Eine Hand voll neuer Waffen und Ausrüstung können zu dem üblichen Inventar hinzugefügt werden, was allerdings auch ein wenig mehr hätte sein können. Dazu werden am Ende des Kapitels einige Beispielcharaktere veranschaulicht wie man es schon in den Deadlands Werken zuvor gewohnt war, sogenannte Archetypen. Vom Geistertänzer, Schamanen und dem „eingebürgerten“ Späher ist auch hier alles wichtige vorhanden, um sich daran ein Beispiel zu nehmen.

Interessant sind die in Kapitel fünf verdeutlichten Schutzgeister für den Indianer, die sozusagen errufen werden können und dem Spieler bei richtiger Lebensweise seine Vorteile verschaffen können.

Im Gegensatz zu älteren Regeln haben die Entwickler in Kapitel fünf neue Regeln zu Ritualen und Medizin eingeführt. Auf ganzen zwölf Seiten erstrecken sich neue Rituale bzw. Medizin, die das Grundpaket aus dem Grundregelwerk sehr gut ergänzen. Von der Menschenkontrolle über eine Dürreperiode und der Glückssegnung ist wirklich fast alles da, was man sich wünschen könnte.

Aus Sicht der Indianer die Beschreibung der Hölle zu lesen ist, wenn man dazu die Sicht der Weißen mal gelesen hat, wieder einmal eine weitere Inspiration und Gedankenstütze für das Rollenspiel.

Die letzten beiden Kapitel beschäftigen sich mit kleinen Detailhintergründen für den Spielleiter, um im Umgang mit seiner Spieler noch bessere Impulse setzen zu können.

Um das Ganze abzukürzen; Geistertänzer ist in jedem Fall eine Bereicherung für Spieler, die sich mal an einen Indianer wagen wollen. Die Inhalte in dem Quellenbuch sind soweit ausreichend, dass man so gut wie keine Fragen am Ende zu seinem Hintergrund haben könnte. Mich persönlich hat besonders das Kapitel der einzelnen Indianerstämme interessiert, da der ein oder andere Stamm wirklich sehr schicke Hintergründe besaß. Freundlicherweise gibt es bereits am Anfang des Buches auch den Hinweis mit einer kleinen Bücherliste, wie man noch weiter Informationen zu dem Backround bekommen kann.

Außer, dass das Regelwerk im Hardcover zu bekommen ist, sehe ich unter dem möglicherweise ständigen Gebrauch der Quellenbücher (auch hier bei Geistertänzer) das Problem, dass die eingeklebten Seiten und des recht wabbelige Cover schnell kaputt gehen können, bzw. die Seiten auch raus fallen.

Zwischendurch fallen einem auch der ein oder andere Tipp- und Formatierungsfehler auf, allerdings kann man mit zwei zugedrückten Augen auch darüber hinweg schauen. Wichtig ist einzig nur die Tatsache, dass es überhaupt klasse ist, ein neues Quellenbuch zu Deadlands:Classic in den Händen halten zu dürfen. Auch der erschwingliche Preis des Quellenbuches ist ein Grund mehr, sich dieses Werk zwischen den anderen Büchern in der Deadlands Abteilung im eigenen Regal dazu zu stellen.

Müsste man Punkte für die Benotung von Geistertänzer verteilen, würde ich stramme 4 von 5 Punkten geben. Auf jeden Fall Daumen hoch für die Arbeit der Herausgeber und vor allem für den Übersetzer, dass es nun auch in Deutschland weiterhin möglich gemacht wird Deadlands:Classic spielen zu können und weitere Ergänzungen kommen.

Verlag: Spielzeit! und Uhrwerk Verlag
Autor: Paul Beakley und John Hopler
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3-942012-04-1
Preis: 26,- EUR

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