Rezension: Astropia
01 Nov 2009

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Hier gelten andere Regeln!

Zum Thema Island fiel mir bislang nur Björk ein und vielleicht noch riskante Kreditgeschäfte. Ein Blick auf den Globus verriet mir darüber hinaus, dass man eigentlich kaum weiter vom Drehort von „Herr der Ringe“ entfernt sein kann – und da kommen jetzt also Fantasyfilme her?
Astropia ist eine mit moderatem Budget und viel Witz gedrehte Komödie über Rollenspiel-Nerds am Polarkreis, die sich mit Kultfilmen wie „The Gamers“ durchaus messen kann.

Die schöne Hildur ist hauptberuflich Freundin des wohlhabenden Autoverkäufers Jolli. Als dieser wegen illegaler Machenschaften von Männern mit dunklen Sonnenbrillen ins Gefängnis geworfen wird, muss sie plötzlich lernen auf eigenen Füßen zu stehen. Von allen außer einer alten Jugendfreundin verlassen, landet sie als Verkäuferin in einem Comic- und Rollenspielladen, wo sie in die wundersame Welt des Pen & Papers eingeführt wird. Real- und Spielwelt vermischen sich immer mehr, bis die Pen & Paper Helden sich schließlich auf ihre Island Ponys schwingen, um Jollis finsteren Plan zu vereiteln und den Tag zu retten.

Astropia ist randvoll mit vergnüglichen Zitaten, von Supermann über Star Wars und Herr Der Ringe bis Magic the Gathering und World of Darkness. Gut gelungen sind auch die verschiedenen Realitätsebenen. Einige Szenen werden als Comic-Einblendungen dargestellt, während beim Übergang in die Fantasywelt der Film auf Breitwandformat wechselt.
Die Fachsimpeleien im Comicladen sind ebenso klassisch wie die Darstellung einer typischen Rollenspielrunde („ihr wollt was neues? Also gut, hinter dem Hügel kommt plötzlich ein Orkheer hervor“). Erheiternd sind besonders die größtenteils scheiternden Versuche, zu erklären worum es bei Rollenspiel eigentlich geht. Während der Film bereitwillig alle typischen Gamer-Stereotypen aufgreift, weicht der Handlungsverlauf erfrischend vom üblichen Fantasyfilm Schema ab. Niemand muss durch irgendwelche Wandschränke gehen, keine magischen Kinokarten tauchen auf und auch ansonsten unterbleibt jede störende Erklärung für den Ausbruch der Charaktere aus der Spielwelt.

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Die Spezialeffekte sind nicht unbedingt bahnbrechend, wirken aber gut und sind vor allem sparsam eingesetzt. Wer mit dem Look von Bullys „Der Schuh des Manitu“ zufrieden war, wird auch mit Astropia glücklich sein. Nicht zu verachten sind hingegen die Extras. Auf der DVD finden sich nebst obligatorischem Making of, Behind the scenes und eines Musikvideos auch Einsteigerversionen von Chtulhu, DSA und Shadowrun als Pdf. Erfreulich ist auch der Soundtrack des Films. Lada Sport spielen den Titelsong, das restliche Leinwand geschehen wird von einer stimmig gemischten Auswahl skandinavischer Popmusik begleitet.

Insgesamt ist Astropia ein schön gemachter Film, den man am Besten mit jemandem guckt, der wissen will was Rollenspiel ist. Um einen weiteren Bully vergleich zu verwenden: Der Film ist für Herr der Ringe etwa dass, was Traumschiff Surprise für Star Trek ist.

Simon Knox

Titel: Astropia – Hier gelten andere Regeln!
Genre: Fantasy/Komödie
Erscheinungsjahr: 23.02.2009
Label: AV Visionen GmbH / Eye See Movies
Regisseur: Gunnar B. Gudmundson
Laufzeit: 90 Minuten
Bildformat: 16:9
Tonformat: Isl. DD 2.0, Dt. DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Extras: 16-seitiges Booklet, Making of, Outtakes, Pannen, Musikvideo, Audiokommentar, Interviews
Anzahl: Discs     1
FSK: ab 12 Jahren
Preis:
Rezensent: Simon Knox

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2 Comments
2 Kommentare
  1. Und noch ein Tip für alle, die sich über ein paar Pausen in den Dialogen wundern, schaut den Film mal OmU, dann hat das seine Ordnung.

  2. So wenige Rechtschreibfehler?
    Das erklärt einiges: „Rezensent: Simon Knox“

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