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Hilfe warum bin ich so dick?
28 Aug 2016

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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Hilfe, warum bin ich so dick?

 

Ja, die Hose kneift, aber es soll in diesem Artikel um das neue Malmsturm-Regelwerk gehen und nicht um meine oder deine Leibesfülle.

Wenn du das neue Malmsturm in Händen hältst, deine Finger um den 3,3 cm breiten Buchrücken klammerst, weil du den Schatz nicht wieder hergeben willst, dann könnte der Gedanke in dir aufkommen, dass das neue Malmsturm ja mal wieder ziemlich dick geworden ist. Vielleicht findest du das gerade angenehm griffig und knuffig, vielleicht aber auch überbordend fett?

Oft hören wir, dass dicke Rollenspielbücher als regellastige Crunchmonster wahrgenommen werden. Diesem Vorurteil begegnen wir in Bezug auf viele Rollenspielveröffentlichungen, wir beziehen uns im Folgenden aber hauptsächlich auf das neue Malmsturm. Da wissen wir immerhin genau, wovon wir reden.

Ist das neue Malmsturm also so eine nimmersatte Regelhalde? Oder was hat es mit diesem Buchrücken von 3,3 cm jetzt auf sich?

Die Dicke eines Buches wird letztendlich von drei Faktoren beeinflusst, über die oft intuitiv falsche Annahmen gemacht werden. Die möchten wir hier mal aufdröseln:

 

Das Buch hat viele Seiten, weil das Regelwerk so komplex und detailverliebt ist.

Ein Buch kann zu einem großen Teil aus Regeln und Tabellen bestehen, aber auch andere Textarten tragen zum Umfang bei. Da sollte man sich die konkrete Gewichtung schon einmal genauer ansehen (zum Beispiel mittels des kostenlosen PDFs, das wir für »Malmsturm – die Fundamente« zur Verfügung stellen). Neben reinen Regeln gibt es auch Beispiele, Erklärungen, Tipps, Settingbeschreibungen, Stimmungstexte, Kurzgeschichten u. v. m.

Konkret für Malmsturm heißt das, dass die Regelkapitel weniger als die Hälfte des Buches ausmachen. Da die Regelkapitel aber wie das gesamte Buch durch Illustrationen, Stimmungstexte und Beispiele aufgelockert sind, dürfte sich der reine Regelanteil letztlich auf weniger als ein Viertel des Buches belaufen. Das ist nicht zuletzt auch dem Umstand geschuldet, dass wir das Fate-Core-Regelgerüst als bekannt voraussetzen und im Buch nicht unnötig wiederholen.

 

Das Buch hat viele Seiten, weil da so viel Text drinsteht.

Wer schon einmal einen Bildband durchgeblättert hat, ahnt, worauf wir hinauswollen. Grob überschlagen verwenden wir fast 20% der Buchseiten für Illustrationen und Grafikelemente. Oder anders gesagt: Ohne Illustrationen und Kapitelöffner wäre das Buch mindestens 75 Seiten dünner.

Neben den Illustrationen nimmt auch die Einstellung des Satzspiegels Einfluss auf den Umfang des fertigen Buches. Zeilenabstand, Blocksatz oder Flattersatz, Absatzabstände, Weißraum, Grauwert und Kerning der gewählten Font machen gut und gerne ±20% Unterschied.

Dann gibt es eben noch etliche Entscheidungen, die den Umfang des Buchblocks beeinflussen, wie etwa Registerhaltigkeit des Layouts oder Marginalspalten, Tabellen, Bildunterschriften und Textarten wie Merktexte oder Boxen. All diese Elemente wollen Luft zum Atmen haben und brauchen Raum zum nächsten Element. Und alles muss harmonisch angeordnet werden. Ein Regelbuch soll ja auch benutzerfreundlich und übersichtlich sein. 200 Seiten unstrukturierte Textwüste wären es wohl nicht …

 

Über das Format haben wir auch noch nicht gesprochen. Als der 500-seitige Weltenband zur ersten Malmsturm-Ausgabe erschien (eine eindrucksvolle Erscheinung im Bücherregal), war euer Feedback dementsprechend: ein dicker Brummer, da habt ihr ja ganz schön viel reingepackt. Viele dürfte es überraschen, dass das Buch im branchentypischen zweispaltigen Layout in A4 nur gut halb so viele Seiten gehabt hätte – also vom Umfang her ein ganz reguläres Settingbuch.

 

Das Buch ist so dick, weil es so viele Seiten hat.

Kommen wir zum letzten Irrtum. Nehmt mal ein Kinderbilderbuch zur Hand. Die sind oft genauso dick wie ein Rollenspielbuch, haben aber statt 200-300 nur 10-20 Seiten. Zugegebenermaßen ein Extrembeispiel. Aber auch bei regulärem Buchdruckpapier gibt es Unterschiede. In erster Linie die Grammatur: 60g-Zeitungspapier ist dünner als 135g-Buchdruckpapier. Das merkt man dann auch am Gewicht. Als zweiter Faktor kommt noch das Volumen des Papiers hinzu. Papier mit 200% Volumen ist dann doppelt so dick. Und das kam beim alten Malmsturm auch zum Einsatz.

 

Darum bin ich so dick 🙂

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