Campaign Cartographer 3 Rezension
19 Sep 2008

Der Autor

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Wenn ich nicht gerade spiele verunstalte ich Medien. Kommt einem zu Gute bei eigenen Rollenspielen wie Malmsturm oder Projekten wie Ratten!, Savage Worlds Gentlemens Edition, Scion, Sundered Skies und ein paar anderen. An und für sich bin ich der Erzählonkel, daher auch die große liebe zu FATE. Manchmal muss es aber auch ein Burger statt Steak sein und so wird gern und oft auch Savage Worlds oder wenn es klasisch sein soll Pathfinder und Konsorten gespielt. Ich probier gern und oft Systeme aus aber die eigentliche Leidenschaft sind die Hintergrundwelten.

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CC3 Logo

Kartensoftware

Initial D

ie neue Version des Campaign Cartographer, CC3, ist ein Quantensprung in Richtung Nutzbarkeit für den ungeübten Zeichner. Trotz ihrer doch recht stark eingeschränkten Funktionen haben bereits die Vorgänger einen großen Kreis an begeisterten Fans um sich scharen können und CC3 wird diesen Erfolgskurs weiter fortsetzen. Das Programm richtet sich vornehmlich an jene Anhänger des fantastischen Hobbys, die sich entweder nur rudimentär mit der Materie des Kartenzeichnens auseinander setzen wollen oder können, aber dennoch eine brauchbare Karte benötigen -wie z.B. Autoren von Romanen und Rollenspielbüchern- oder aber den durchschnittlichen Gamer, der andererseits künstlerisch eher unbegabt ist.
Künstler mit Stift und Papier werden dahingegen eher weniger Freude mit den am Computer generierten Karten haben. Auch wenn diese durchaus ihre Vorteile haben fehlt ihnen doch der Charme eines echten Kunstwerkes. Dennoch leistet der CC3 erstaunlich optische Arbeit, vergleicht man Ergebnisse aus vorhergehenden Versionen mit den Möglichkeiten der aktuellen grafischen Bibliothek.

Für Pinselgegner bietet CC3 eine Vielzahl sehr schöner, handgezeichneter Symbole, welche sich durch eine breite Auswahl von Zusatzmodulen noch enorm erweitern lässt.
Das trifft im übrigen auch auf die eigentliche Funktionalität des Programms zu. Allerdings wird kaum ein Otto-Normal-Nutzer je mehr als das Basisprogramm benötigen.

Das Programm ist einfach zu installieren und kommt mit einer kurzen Anleitung auf Englisch daher. Nach dem Start kann man diverse Einstellungen vornehmen durch welche man automatisch geführt wird, und die das Arbeiten mit CC3 erheblich erleichtern können. Danach hat man die Möglichkeit ein kurzes Tutorial zu durchlaufen. Leider lief dieses auf einem unter Windows Vista betriebenem Rechner nicht. Vista unterstützt die verwendete Programmbibliothek nicht mehr.
Überhaupt macht die Arbeit mit CC3 unter Vista nicht so recht Spaß. Das Programm ist langsam und entwickelt zeitweise ein merkwürdiges Eigenleben. Dabei verschluckt es Texturen oder springt wahllos zwischen den diversen Zeichenebenen. Ein Test auf einem XP-System zeigte, dass unter dem älteren Windows kaum Probleme auftreten und hier die Arbeit flüssig von der Hand geht. Im übrigen sind Kenntnisse anderer CAD-Anwendungen oder Grafikprogrammen wie Photoshop zwar praktisch aber nicht unbedingt erforderlich. Das Arbeiten mit Ebenen, Filtern und Effekten ist relativ schnell erlernt. Die erste einigermaßen brauchbare Karte produziert man bereits nach einer Stunde rum probieren. Hilfestellung gibt es allerdings auch auf der Website mit Videotutorials. Mit etwas Übung werden die Ergebnisse immer besser. Dabei gefällt vor allem die durch Vektoren produzierte freie Skalierbarkeit der Karten. Vectoren sind auflösungsunabhängig da diese auf mathematischen Formeln basieren. Die Texturen werden nachträglich gerendert bzw bestehen teils aus nahtlos aneinanderfügbare Grafiken. verpixelte Ausdrucke dürften so der vergangenheit angehören. Hierdurch kann man aus der erstellten Karte auch einzelne Ausschnitte drucken oder eben das Gesamtwerk in unterschiedlichen Größen ausgeben. Späteres Einfügen von Details ist ebenso möglich wie das Ein- und Ausblenden von Spielleiter-Informationen und ähnlichem.

Das Programm bietet in seinem umfangreichen Repertoire Tools zum Erstellen von Gebäudeplänen, aber auch bestechend schöne Landkarten. Die Pläne und Karten, welche in den neueren Forgotten Realms Produkten von WotC enthalten sind, wurden zB mit CC3 erstellt.
Für den gemeinen Spieleabend sind diese Karten eine wunderbare Bereicherung. Für den GM, der etwas Zeit mit dem Programm verbracht hat, u.U. sogar eine Erleichterung. Allerdings sehen alle Karten doch irgendwie gleich aus, da sich die Stile kaum variieren lassen. Ein Nutzer, der gar versucht mit dem Programm bestimmte, bereits existierende Karten exakt nachzuzeichnen, um diese dann zu verfeinern oder aufzuarbeiten wird wohl doch einiges an Einarbeitungszeit in das Programm investieren müssen. Dennoch ist die Versuchung groß eine sehr detaillierte Fassung von ganz Mittelerde zu entwerfen oder die hervorragenden Karten von DSA noch weiter mit Details auszustatten. Der engagierte Spielleiter kann hier Tage mit solchen Unterfangen verschwenden. Nettes Spielzeug also.

Für Benutzer von anderen Kartenprogrammen wie etwa Dundjinni oder NBOS’s Fractal Mapper hält der CC3 seinen Bibliotheken ebenfalls bereit und installiert seine Bibliothek in einen Unterordner. Netter Service!

Fazit:
CC3 ist um ein vielfaches benutzerfreundlicher geworden und eignet sich nun endlich auch für den Gelegenheitszeichner. Karten können schnell und effektvoll umgesetzt werden und sind, mit einem Farbdrucker ausgegeben, auch wirklich nützlich. Dennoch ist der CC3 für den mal ebenso Einsatz ein fast zu mächtiges Tool. Es verhält sich da wie mit Photoshop, welches ich dem  Knipser oder Gelegenheitsfotografen nicht empfehlen würde. Da reichen auch bedeutend kleiner Programme deren Grenzen man erst einmal erreichen muß. Wer allerdings einmal Blut geleckt hat an der Vielfalt die der CC3 einem bereitstellt, der wird wohl schnell auch genau diese Grenzen ausloten wollen, diese allerdings werden durch die zahlreichen verfügbaren Erweiterungssets stark verschoben.
Eine aktive Community um das Programm erstellt auch fleißig Karten zur öffentlichen Verfügbarkeit.
ProFantasy hat es ja bereits geschafft von CC2 auf CC3 einen großen Schritt in Richtung Nutzbarkeit für Fantasy Gamer zu machen. Auch wenn es immer noch reichlich Kritikpunkte gibt kann man aber sicher davon ausgehen, dass der Hersteller spätestens mit CC4 in ein paar Jahren das (fast) perfekte Tool zum Kartenzeichnen bereitstellen wird. Wer

Alles in allem also Daumen hoch für dieses Programm!!!

Hersteller: ProFantasy Software
Preis: 29.95 Brit. Pfund für die Download Version; diverse Bundle Angebote;
Testsystem:
iMac, 2GB RAM auf separater Bootcamp Partition: 2.4 GHz Intel Core2Duo mit Windows VISTA SP1.
2.6 GHz Athlon mit Windows XP SP2.

Systemvorrausetzungen:
Minimum
350 MB Festplattenspeicher
256MB Ram
Ab Windows 98
Internetanbindung zur Installation.

Zur Website des Campaign Cartographer

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